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Wie trocken ist es im Wald? Leiden die Bäume unter Trockenstress oder gibt es noch genügend Wasser im Boden? Für die Vitalität unserer Wälder ist die Wasserversorgung von zentraler Bedeutung. Bei Trockenheit sind Wälder anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer oder können bei langanhaltender Trockenheit sogar absterben. Der „WaldDürreMonitor Bayern“ bietet dazu eine tagesaktuelle Online-Darstellung der Bodenfeuchte in bayerischen Wäldern.
Methodik
Da die Bodenfeuche nicht flächendeckend auf jedem Quadratmeter Waldboden gemessen werden kann, bieten sich hierfür Computermodelle an. Schon seit vielen Jahren wird das Modell LWF-Brook90 zur Beantwortung wissenschaftlicher Fragestellungen zum Wasserhaushalt von Wäldern verwendet. Für den WaldDürreMonitor wurden die genauesten verfügbaren Daten für den Waldboden aus der Übersichtsbodenkarte (1:25.000) und dem Bayerischen Standortinformationssystem (BaSIS) verwendet. Fernerkundungsdaten mit 10 m Auflösung zu Baumarten, Bestandeshöhe und Blattflächenindex wurden zur genauen Modellierung genutzt. Für die Modellierung wird die gesamte Waldfläche Bayerns in über eine Million Einzelflächen unterteilt und für jede dieser Einheiten wird täglich ein Modelllauf mit der aktuellen Witterung gestartet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) stellt dazu die Daten zu Niederschlag und Lufttemperatur aber auch Wasserdampfdruck und Strahlungsintensität sowie Windgeschwindigkeit in seiner täglichen Wettervorhersage kostenfrei mit einer räumlichen Auflösung von zwei mal zwei Kilometer zur Verfügung.
4 Kennwerte zur Beschreibung der Wasserversorgung der Wälder
Als Ergebnis der Modellierungen werden in der Kartendarstellung des WaldDürreMonitors folgende Kennwerte zur Beschreibung der aktuellen Bodenfeuchte mit einer farblichen Einwertung dargestellt.
Trockenheit: Diesem Kennwert liegt die sogenannte Saugspannung des Bodens zugrunde. Diese beschreibt, wie stark das Wasser im Waldboden gebunden ist. Je trockener der Boden, desto stärker bindet dieser das Wasser. Dieser Kennwert für die Trockenheit wird sowohl für den Oberboden (0-40 cm) als auch für den Unterboden (40-100 cm) angegeben.
Zeitraum ausreichender Wasserversorgung: Dieser Wert gibt an, für wie viele Tage das Wasser im Waldboden ausreicht, wenn täglich 3 l/m² (durchschnittliche Verdunstung eines Waldes im Sommer) transpiriert wird und kein weiterer Niederschlag fällt.
Füllstand des Wasserspeichers: Zeigt an, zu wie viel Prozent der pflanzenverfügbare Wasserspeicher in den Waldböden aktuell gefüllt ist. Diese Kenngröße wird für zwei unterschiedliche Waldbodentiefen (bis 40 und bis 100 cm) angegeben. Der Wert für den Oberboden (bis 40 cm) ist besonders wichtig zur Beurteilung der Wasserversorgung von anwachsenden Jungbäumen (Naturverjüngung, Pflanzung, Saat).
Transpirationsindex: Dieser Wert stellt das Verhältnis der aktuellen zur potenziellen Transpiration dar. Bei optimaler Wasserversorgung liegt der Wert bei "100 %". Sinkt der Wert unter "100 %", schränken die Bäume ihren Wasserverbrauch ein, was auf Trockenstress hindeutet.
